Vereinsgeschichte

Historie 1888 - 2013

 

 

08. Sept. 1888

Gründungsversammlung im Gasthof "Zum Grünen Baum", Hans Wegner als Wirt war Gründungsvorstand.

Weitere Vorstandsmitglieder waren: Schriftführer Leonhard Riedel, Kassier Johann Kispert, Turnwart Ernst Wächter und Kleophas Ahne.

Turnstunden wurden 1891 im Garten der Wirtschaft "Grüner Baum" an selbstgebauten Geräten abgehalten.

 

1891

Da der Wegnert'sche Garten zu klein geworden war, wurde die sogenannte "Bummelpeunt", eine Wiese die bei der alten Post war, als Turnplatz angepachtet. Vereinslokal war die Gastwirtschaft der damaligen Porzellanfabrik Schönwald, der spätere Gasthof  "Alter Krieger". Die Vereinsfahne wurde für 450 Goldmark von einer Kölner Fahnenfabrik ange-schafft.

 

1892

Am 14. August fand die Fahnenweihe auf der Klepperwiese statt. Patenverein war der damalige Turnverein Selb, die heutige Turnerschaft Selb. Die örtlichen Fahnenpatinnen waren Jette Köhler und Jette Summerer.

 

1896

Josef Hammerschmidt wurde Vereinsvorstand. Am  Geierweg (Bauplatz der Firma Baumgärtel) wurde ein Grundstück erworben, das als vereinseigener Turnplatz diente. 

 

1897

Übertritt vom Nordoberfränkischen Turngau zum Röslau-Egertal-Turngau. Vorstand dieses Turngaus war der geborene Schönwalder, Kantor Mathias Wölfel.

Durch Turnbruder Hans Wohlrab wurde der 1. Eichenkranz für den TV Schönwald erturnt.

 

1900

Unter der Vorstandschaft von Josef Hammerschmidt wurde das Winterturnen eingeführt. Mit Zustimmung der Porzellanfabrik konnte der Gartensaal dazu benutzt und somit das ganze Jahr trainiert werden. Ein erstes öffentliches Schauturnen wurde auf Grund einer enormen Leistungssteigerung der begeisterten Turner abgehalten. Die Gründung einer Damenriege wurde ebenfalls vollzogen. Die auswärtigen bekannten Turner Hans Wendel aus Hirschau und Fritz Schönauer aus Arzberg turnten beim TV Schönwald und setzten neue Leistungs-akzente.

 

03.08.1905

Der TV war Ausrichter des ersten Gauturnfestes auf Schönwalder Boden. Die Porzellan-fabrik stellte als Festplatz eine Wiese am heutigen Friedhof zur Verfügung. Damals gab in der Stadt Schönwald keine elektrische Beleuchtung.  Dank der Porzellanfabrik konnte der Festplatz aber beleuchtet werden.

Durch die Unterstützung von Direktor Lehmann wurde der Gartensaal für die steigenden Übungsmöglichkeiten erheblich vergrößert.

Von den Schönwalder Turnbrüdern wurden Gau- und Bezirksturnfeste besucht und man nahm auch an oberfränkischen und bayerischen Turnfesten teil.

 

1906

Waldfest mit gauoffenen Wettkämpfen am Pfaffenberg (links von der "Alte Rehauer Straße").

 

1908

Gründung einer Theatergruppe unter Turnbruder Hans Stengel für das kulturelle Leben in Schönwald.

 

1910

Johann Wagner wurde erster Vorsitzender und im TVS eine Fußballabteilung gegründet. Der Turnplatz am Geierweg wurde zu klein.

Deswegen wurde der Kauf eines Grundstücks, heutige Schulsportanlage (ehemaliger Rußgarten), beschlossen.

Ehrenmitglied Julius Nürnberger aus Brunn gibt für diesen Kauf 3000 Goldmark als Darlehen.

Das alte Grundstück wurde an Baugeschäft Georg Baumgärtel verkauft.

 

1912

Beginn mit dem Bau des neuen Turnplatzes.

Nach Fertigstellung besuchen 70 - 80 Turner die regelmäßigen Übungsstunden. Dazu kamen noch die Faustballer und die neugegründete Fußballmannschaft.

 

1913

Am 14. und 15. Juni wurde das 25jährige Bestehen mit einem gauoffenen Wett-Turnen gefeiert. Neben Sport, Spiel und Theater fand auch das Wandern großen Zuspruch.

 

1914 - 1918

Der stetige Aufschwung des Turnvereins wurde mit Beginn des 1.Weltkrieges unterbrochen.

Von 254 Mitgliedern waren 160 zum Kriegsdienst eingezogen, darunter fast die gesamte Vorstandschaft. 

In dieser Zeit leitete Willi Plechschmidt alleine die Vereinsgeschäfte.  

43 Turnbrüder sind aus dem Krieg nicht mehr heimgekehrt. Für sie wurde eine Ehrentafel angefertigt. 

Nach dem Krieg wurde mit neuem Elan die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen.

 

1920

Der Turnverein vergrößerte sich auf 295 Mitglieder. Zum bestehenden Sportplatz wurde ein angrenzendes Grundstück dazu gekauft.

 

1921

Hans Daßler führte das seit Ende der 90ziger Jahre verbotene Kinderturnen wieder ein.

 

1922

Planung zum Bau einer eigenen Turnhalle und Vereinsheimes. 2 Vorschläge werden vorgelegt.

Vorschlag 1:

Errichtung auf bestehenden Sportplatz an der Schützenstraße.

Vorschlag 2: Von Direktor Otto Bergner und Baumeister Ruß:

Bau der Halle auf dem Grundstück von Edmund Lindig, Besitzer des Gasthofes "Zur Krone".

Den Zuschlag erhielt Vorschlag 2 und am 10.April 1922 wurde das Lindig'sche Anwesen Hauptstraße 71 und 72 käuflich erworben.

 

April 1923

Grundsteinlegung zum Turnhallenbau

 

18.10.1923

Nach 6 Monaten Bauzeit feierliche Einweihung der Turnhalle.

Teilnahme mit einer großen Turnermannschaft am 1. Deutschen Turnfest in München. 

 

1925

Kauf von 5 Grundstücken hinter der Turnhalle zum Bau eines Turnplatzes. Der alte Turnplatz wurde der Baufirma Rudolf Ruß veräußert. Bis zum Bau der heutigen Schulsportanlage war es unter dem Namen "Rußgarten" bekannt.

 

1928

Im Juni wurde das 40jährige Bestehen mit einem großen Schauturnen gefeiert. Anbau eines Kinovorführraumes, der an den Wochenenden an den Kinobetreiber Richard Zeitelhack verpachtet wurde.

 

1930 - 1938

Besuch aller Bayerischen und Deutschen Turnfeste.

Der Turnverein zählte zu dieser Zeit 400 Mitglieder.

Bei einer Hauptversammlung im Januar 1933 wurde die gesamte Vorstandschaft vom Ortsgruppenleiter der NSDAP zum Rücktritt aufgefordert.

Als "Vereinsführer" wie sich der Vorstand von nun an zu bezeichnen hatte, wurde Johann Wagner bestimmt.

Die sportlichen Aktivitäten und das Vereinsleben litten unter diesem Regime sehr. Es musste das Wehrturnen eingeführt und dazu ein Kleinkalibergewehr angeschafft werden. Das Kinderturnen wurde wieder verboten. Die Mitgliederzahlen sanken wegen dieser Maß-nahmen sehr stark. Durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm des "Führers" wurden folgende Baumaßnahmen durchgeführt:

1. Erstellung der Galerie an der linken Hallenseite

2. Verbesserung der Bühne (Scheinwerfer, Vorhang)

3. Errichtung eines Zimmers oberhalb des Saaleinganges

4. Neudeckung des Hallendaches.

 

1935 wurde das Wirtschaftgebäude generalsaniert.

Am Jahresende wuchs der Schuldenstand wegen dieser Baumaßnahmen auf 43.000 RM an. Johann Wagner tritt nach 25jähriger Amtszeit als Vorstand zurück.

Er war auch von 1928 - 1938 Pächter der Turnerheimgaststätte und somit Vereinswirt.

Hans Daßler wurde neuer Vorstand.

 

1938

Das 50jährige Bestehen wurde mit turnerischen Vorführungen im Rahmen eines Festabends, den Gustav Wunderlich hervorragend organisiert und geleitet hatte, gefeiert.

 

1939

Das Ende der sportlichen Tätigkeiten mit Durchführung von Ortsmeisterschaften unter großer Einflussnahme der Partei.

Die turnerischen Aktivitäten mussten wegen Ausbruchs des 2. Weltkrieges eingestellt werden. Der Wirtschaftsbetrieb wurde während des Krieges durch Pächter Hans Daßler aufrecht erhalten.

 

1945

Neuanfang des TV Schönwald.

Bei einer Versammlung in der "Goldenen Tasse" wurden Max Baumann und Helmut Öchsler mit der Wahrnehmung der Vereinsinteressen beauftragt.

 

1946

Am 11. Mai fand die 1. Generalversammlung nach dem Kriege statt. Hier wurde bekannt gegeben, dass der Verein durch die amerikanische Militärregierung wieder zugelassen war.

Eine Anzahl von NSDAP-Mitgliedern musste aus dem Verein ausgeschlossen werden, daher sank die Mitgliederzahl auf 147 ab.

Aufbau der Handballabteilung durch Karl-Heinz und Werner Gottschild.

 

1947

Alle ehemaligen Parteimitglieder durften den Verein wieder beitreten.

Durch eine Sammelaktion konnte noch vor der Währungsreform der Schuldenberg fast abgetragen werden.

 

1948

Das 60jährige Bestehen wurde mit einem Schauturnen und einem "Bunten Abend" gefeiert. Der Verein konnte sich eines stetigen Zuwachses erfreuen.

 

1950

Der Verein hatte jetzt wieder 256 Mitglieder.

Ein Vergnügungsausschuss wurde wegen der Zunahme an kulturellen Veranstaltungen gegründet. 

 

1952

Der Turnplatz wurde für den Handballsport (Großfeld) begradigt, planiert und eingezäunt. Bei der Jahreshauptversammlung wurde der Wunsch nach dem Bau einer Sprungschanze geäußert. Im Herbst wurde beschlossen, eine Schanze auf dem Pfaffenberg am Quarzit-Steinbruch zu bauen.

 

1953

Errichtung einer Sprungschanze am Pfaffenberg.

Geplant wurde diese Schanze vom Bayerischen Skiverband und von dem bekannten Skispringer und Schanzenbauer Heini Klopfer.

Baukosten 10.000.- DM. Von der Schönwalder Marktgemeinde wurde dem TV 3.000.- DM zur Verfügung gestellt, weil alle Jugendverbände auf ihren Zuschuss verzichteten.

 

1954

17. Januar: Große Einweihung der Pfaffenberg-Schanze mit 40 aktiven Springern.

Dabei wurde ein Schanzenrekord von 40,5 m von Adolf Ploß aus Selb aufgestellt und nie mehr erreicht.

In den nächsten Jahren gab es einen regen Vorstandswechsel.

 

1962

Erteilung der Gemeinnützigkeit durch Finanzamt Hof.

 

1963

Das 75jährige Bestehen wurde mit einer Festwoche begangen. Alle Sparten konnten sich bei der Bevölkerung darstellen.

Saalrenovierung und Ölsammelheizung wurden für 75.000,- DM realisiert.

 

1964

Die Sprungschanze (Holzkonstruktion) wurde wegen Baufälligkeit abgebrochen.

 

1971 - 1972

Renovierung der Gaststätte für 50.000.- DM

 

1974 - 1988

Hans Schilling wurde nach Walter Müller Vorstand des TV Schönwald.

1978 wurde das 90jährige Bestehen mit einer Sportwerbewoche und einem Festabend gefeiert.

Es folgten in den nächsten Jahren umfangreiche Baumaßnahmen an Halle und Wirt-schaftsgebäude. Der Sportplatz wurde für die Leichtathleten modernisiert.

Durch den Ausbau der Kornbergstraße und Planung eines Stadions war ein Grundstücks-Umlegungsverfahren notwendig. Der TV tauschte auf eine Länge von 35 m am Süd-West-Teil des Sportplatzes gegen die gleiche Fläche nach unten hin zur Kornbergstraße, behielt aber das Nutzungsrecht der Tauschfläche als Sportplatz.

Im November 1983 führte der Turnverein eine Baumpflanzaktion durch. Über 200 Bäume und Sträucher sollten den Sportplatz in Zukunft einrahmen.

Von 1986 an liefen die Vorbereitungen für die Hundertjahrfeier, die Vorstand Hans Schilling in hervorragender Weise plante und organisierte. Ein abwechslungreiches Jahresprogramm mit einem Veranstaltungsprogramm der Festwochen vom 15. Juni bis 3. Juli 1988 wurde aufgestellt. Beim Festkommers in der überfüllten TV Halle wurde die Gründungsver-sammlung von 1888 als kleines Theaterstück, das von Hans Schilling verfasst wurde, aufgeführt.

Abschluss der Feierlichkeiten war ein Festball im Oktober 1988 mit der Hofer Big Band.

 

1988

Der Mitgliederstand war auf 800 Mitglieder im Jubiläumsjahr angewachsen.

Gisbert Stich übernahm nach Rücktritt von Hans Schilling im September kommissarisch das Amt des ersten Vorsitzenden.

 

1989

Bei der Jahreshauptversammlung wurde Gisbert Stich mit großer Mehrheit vor Werner Richter zum ersten Vorstand gewählt.

 

1990 - 1994

Planung eines Anbaues an die Halle mit neuen Geräte-, Kraft- und Gymnastikraum, sowie neuen Dusch- und Umkleideräumen und Toiletten.

Planung und Finanzierung standen fest. 

Leider ließ die Nachbarin aber keine Grenzbebauung zu. Dadurch musste neu geplant werden. Durch diese Zeitverzögerung und dem Wegfall der Grenzlandhilfe durch Öffnung der Ostgrenzen gingen dem Turnverein 120.000,- DM Grenzlandhilfe verloren.

Nach neuen Planungen und Finanzierungen wurde im Sommer 1994 mit dem Abriss der alten Toiletten und des Geräteraumes, mit dem Neubau begonnen.

 

1995

Einweihung des neuen Sanitärtraktes.

 

2000

Errichtung einer Hammer- und Diskus-Wurfanlage nach den Richtlinien für nationale und internationale Wettkämpfe .

 

2002

Erster Landesoffener Werfertag beim TV mit Spitzenathleten aus dem gesamten Bundesgebiet.

 

2006

Nach Wassereinbruch und schweren Schneelasten wurde die Sanierung des Daches über der Bühne und der Hausmeisterwohnung durchgeführt. Sanierungskosten 65.000.- Euro.

 

2007

Nach umfangreichen Verhandlungen mit der Stadtverwaltung hatte der TV Schönwald durch den Bau eines Seniorenheimes auf dem Grundstück des Festplatzes sein ursprüngliches Grundstück durch Zurücktauschen der Grundstücksflächen (Umlegungsverfahren 1980) zurück erhalten.

Dazu konnte der Platz noch um ca. 15 m verlängert werden. Durch diese Aktion war der TV zukünftig in der Lage durch eine Umgestaltung der jetzigen Sportanlagen auch mit einem regelgerechten Fußballfeld aufzuwarten.

Es wurde eine neue Saalbestuhlung angeschafft.

 

2008

Im Mai verstarb, völlig überraschend, der 1. Vorsitzende Gisbert Stich.

Im Juli wurde Werner Richter durch den Turnrat, bis zur nächsten Wahl, als 1. Vorsitzender bestimmt.

 

2009

Werner Richter wurde zum Vorsitzenden gewählt.

Es wurde eine neue Saalbetischung angeschafft.

 

2010/2011

Im gesamten Gebäude wurden Energiesparfenster eingebaut.

 

2012

Der Turnerplatz erhielt gefördert im Zuge der "Neuen Schönwalder Mitte":

eine Tartan 100 m-Laufbahn und eine Tartan Weitsprung- und Kugelstoßanlage.

Die Bühne wurde saniert und erhielt einen neuen Vorhang.

Der Hallenboden entlang der Fensterfront wird erneuert.

 

2013

125-jährige Vereinsjubiläum.

Sehr viel Arbeit stand den Verantwortlichen, aber auch den Mitgliedern ins Haus.

Viele Veranstaltungen, wie z.B.

- Gau-Infotag (mit der Teilnahme des Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich),

- Ehrennachmittag

- Sommerfest in der Schönwalder Mitte

- großer Festabend mit vielen politischen Persönlichkeiten 

- Akkordeonkonzert (Akkordeonorchester der Hofer Symphoniker)

wurde durchgeführt.

 

2014

Nach langer Suche ist Karin Stieler unsere neue Vereinswirtin.

Der TV-Saal erhielt eine neue Heizungsanlage mit Solaranlage für die Warmwasser-aufbereitung.

Die Wohnung im 2. Stock wurde von Grund auf saniert.

Das gesamte Gebäude wurde somit mit Wärmeschutzverglasung ausgestattet.

 

2015

Der Hallenboden unter der Saalgalerie und die Gasleitung zur Saalheizung wurden erneuert.

Die Fassade unseres Turnerheimes zur Hauptstraße wird generalsaniert und erstrahlt in neuem Glanz.

Die Tanzsportabteilung gründet sich und hat bereits im ersten Jahr große Erfolge.

 

2016

Die Tanzsportabteilung veranstaltet ihren 1. Galaabend mit großem Erfolg.

Aus finanziellen Gründen wird die Sanierung des Halleneingangsbereiches in zwei Abschnitten durchgeführt (zunächst Einbau einer neuen Eingangstür, Erneuerung der Außentreppe und Zugang Garderobe, Verputzen der Seitenwände und Fliesen des Eingangsbereiches).

Die ehemalige Bar in der Galerie über der Halle wird abgerissen und zu einem weiteren Umkleide- und Schminkraum sowie Lagerraum für die Tanzsportler ausgebaut.

Eine Hiobsbotschaft erreichte Ende November den Verein. Die Stützmauer(alte Außenmauer des früheren Geräteraumes) zum Grundstück Rübig ist eingestürzt. In einer Sofortmaßnahme wurde die Mauer erneuert.